Wenn der Magen Probleme macht

Erkrankungen des Magens sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Schlechte Ernährung, Stress, unverarbeitete Probleme, die man nicht „verdaut“ bekommt, sind nur einige Ursachen, die dem Magen Ärger bereiten. 

Der Magen steht über die Innen-Außen-Kopplung in Beziehung mit der Milz. Beide Organe bilden einen Funktionskreis, der für die Verdauung der Nahrung verantwortlich ist. 

Der Magen holt aus der Nahrung die "reinen" Anteile heraus und gibt diese an die Milz, welche daraus Qi und Blut bildet. 

Die sogenannten "trüben" Anteile gibt der Magen zur weiteren Verarbeitung an den Darm weiter. 

In der chinesischen Medizin wird der Magen auch als ein Kochtopf mit Flüssigkeiten angesehen, in dem die zugeführte Nahrung zubereitet und verwertbar gemacht wird. Das Feuer zum Kochen kommt von der Niere (Yang-Anteil). Die Chinesen legen besonderen Wert auf eine sogenannte starke Mitte, da sie die Quelle für die Lebensenergie darstellt. 

   

„Ist die Mitte stark, hat die Krankheit eine günstige Prognose“.


Die Art und Weise wie wir uns ernähren, hat direkten Einfluss auf unsere Gesundheit. Ernähren wir uns von Fastfood, gebratener, frittierter Nahrung, so hat die Mitte schwere Arbeit zu leisten. Diese Art der Ernährung erzeugt Hitze und Schleim. 

   

Hitzesyndrome des Magens zeigen sich beispielsweise in Magenschmerzen (Magen-Hitze oder Magen-Feuer), die oft von einem Brennen begleitet sind, ständiges Hunger- und Leere-Gefühl, großen Durst auf kalte Getränke, Mundgeruch und Zahnfleisch- und Zahnwurzelentzündungen. 

Schleim macht sich häufig durch ein Schweregefühl, Stirnkopfschmerzen und auch Übelkeit bemerkbar. Das Magen-Qi ist nicht mehr in der Lage nach unten abzusenken. Die Folge ist eine Nahrungsstagnation mit Völlegefühl und Unwohlsein. Hat sich der Schleim und die Feuchtigkeit im Körper angereichert, zeigt dies bereits eine Beeinträchtigung der Milzfunktion an. 

   

Nach der chinesischen Organuhr, hat der Magen seine energetisch aktivste Zeit zwischen 7.00-9.00 Uhr. 

In diesen zwei Stunden sollte der Magen auf Hochtouren laufen, jedoch ist ein schwacher Magen nicht mehr dazu in der Lage: viele Menschen kommen morgens nicht richtig in die Gänge, fühlen sich schwach und müde und können auch nicht frühstücken, da ihnen der Appetit fehlt oder sie einfach keinen Bissen runter bekommen. Diese Symptome zeigen einen Magen-Qi-Mangel an, der häufig auch mit einem Milz-Qi-Mangel kombiniert auftritt. Die Ursachen sind in einer chronischen Überforderung des Magens zu sehen: zu große Mahlzeiten, die zu spät, zu heiß oder zu kalt eingenommen werden, schwächen den Magen. Auch der Mangel an Nahrung durch Diäten kann zum gleichen Krankheitsmuster führen. 

   

Wie sieht die optimale Ernährung zur Stärkung des Magens aus Sicht der TCM eigentlich aus?

 "Der Magen liebt es warm, saftig und regelmäßig." - Bei Magenproblemen sollte man saftige Speisen wie Gemüsesuppen, Breie und Kompotte wählen. Mindestens zwei (besser drei) Mahlzeiten des Tages sollten warm bis lauwarm eingenommen werden. Regelmäßiges Essen stärkt den Magen. Unregelmäßiges Essen oder gar Hungern schwächt das Magen-Qi nachhaltig. Scharfe Gewürze, Kaffee, Alkohol, Schwarzer Tee, Gewürz-Tees (Chai) gelten als ungünstig und sollten vermieden werden. Stress und psychische Belastungen können zusätzlich Magenprobleme hervorrufen und verstärken. Deshalb sollte jede Mahlzeit in Ruhe eingenommen werden. 

   

 13 Nahrungsmittel, die den Magen stärken: 

Apfel (roh oder gekocht, bei Sodbrennen und Gastritis empfehlenswert) 
Dinkel (bei schwacher Verdauung) 
Gerste (als Suppe, gut bei chronischer Gastritis) 
Haferflocken (als Porridge oder Suppe, vor allem bei Gastritis und gereizter Magenschleimhaut) 
Honig (stärkt den Magen allgemein und hilft bei Schmerzen) 
Blumenkohl (speziell bei Magenschleimhaut-Entzündung und Magengeschwür) 
Karotte (gekocht, sehr hilfreich bei Durchfall) 
Kartoffel (sehr hilfreich bei Übersäuerung) 
Kürbis (gut bei Sodbrennen, Übersäuerung, Verstopfung) 
Leinsamen (mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, speziell bei Magenbrennen und Gastritis sowie Verstopfung) 
Stangensellerie (speziell bei Heißhunger mit Reizbarkeit und bei Gastritis) 
Tofu (kühlt und befeuchtet sanft einen zu heißen Magen) 
Zucchini (speziell bei Übersäuerung) 


(Quelle: Praxisbuch Nahrungsmittel  und Chinesische Medizin, von Blarer Zalokar u.a.) 

   

Wie kann die TCM bei Magenproblemen sonst noch weiterhelfen?


Mit Akupunktur und chinesischer Arzneimitteltherapie kann gezielt auf Störungen und Ungleichgewichte im Funktionskreis von Magen und Milz eingewirkt werden. 

Hierfür kommen viele unterschiedliche Kräuter in Frage, die nach einer ausführlichen Anamnese für jeden Patienten zusammengestellt werden. Verbesserungen der Symptomatik sind häufig schon nach der ersten Anwendung wahrnehmbar.