Das Humane Papillomavirus (HPV) gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viren weltweit. Viele Frauen erfahren im Rahmen eines gynäkologischen Abstrichs zum ersten Mal davon und sind zunächst verunsichert.
In den meisten Fällen heilt eine HPV-Infektion von selbst aus. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, was eine HPV Infektion bedeutet, welche Risiken bestehen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
HPV ist eine Gruppe von mehr als 200 verschiedenen Virustypen. Einige davon können Haut- oder Schleimhautveränderungen verursachen.
Man unterscheidet vor allem zwischen:
- Niedrigrisiko-Typen
Diese können Genitalwarzen verursachen. - Hochrisiko-Typen
Bestimmte HPV-Typen können langfristig Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen.
Besonders bekannt sind die Hochrisiko-Typen HPV 16 und HPV 18, die mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs verbunden sind.
Wie häufig ist HPV?
HPV ist sehr verbreitet. Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal damit.
In vielen Fällen bemerken Betroffene nichts davon, weil:
- die Infektion keine Symptome verursacht
- das Immunsystem das Virus selbst beseitigt
Bei etwa 90 % der Infektionen verschwindet HPV innerhalb von ein bis zwei Jahren ohne Behandlung.
Warum bleibt HPV manchmal bestehen?
Normalerweise erkennt das Immunsystem Viren und beseitigt sie. Wenn HPV jedoch länger im Körper bleibt, spielen häufig mehrere Faktoren eine Rolle:
- geschwächtes Immunsystem
- chronischer Stress
- hormonelle Dysbalancen
- Nährstoffmangel
- Entzündungen oder Veränderungen der Schleimhäute
Wie wird HPV entdeckt?
HPV wird häufig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt festgestellt. Dazu gehören:
- der PAP-Abstrich (Zelluntersuchung des Gebärmutterhalses)
- der HPV-Test (Virusnachweis)
Diese Untersuchungen helfen, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln.
Wenn beim gynäkologischen Abstrich Veränderungen der Zellen gefunden werden, wird der Befund in sogenannte PAP-Gruppen eingeteilt. Diese helfen einzuschätzen, wie stark die Zellveränderungen sind und welche weiteren Schritte notwendig sind.
Wichtig zu wissen: Ein auffälliger PAP-Befund bedeutet noch keinen Krebs.
Meistens handelt es sich hierbei um Vorstufen, die gut behandelbar sind.
HPV aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin
In der TCM wird eine HPV-Infektion nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Körper und dem Gleichgewicht der Funktionskreise betrachtet.
Häufig spielen folgende Faktoren eine Rolle:
- Schwäche des Immunsystems (Wei-Qi)
- Feuchtigkeit und Hitze im Unterleib
- Qi- und Blutstagnation
- Schwäche von Milz oder Niere
Ziel der Behandlung ist es, das körpereigene Gleichgewicht zu stärken, damit der Körper das Virus besser unter Kontrolle halten kann.
Wie kann TCM bei HPV unterstützen?
Eine Behandlung mit TCM ist immer individuell angepasst. Dabei werden verschiedene Methoden kombiniert:
Akupunktur hilft:
- das Immunsystem zu regulieren
- Entzündungen zu reduzieren
- den Energiefluss im Körper zu harmonisieren
Die Chinesische Kräutertherapie zielt darauf ab:
- Feuchtigkeit und Hitze auszuleiten
- Virustoxine auszuleiten
- Blutstase im Bereich der Zervix aufzuheben
- das Immunsystem zu stärken
- den Körper bei der Regeneration zu unterstützen
Hierbei kommt eine systemische Therapie durch die Einnahme chinesischer Kräuter und der vaginalen Anwendung von Ovula (ebenfalls auf der Basis von chinesischen Kräutern) zum Einsatz.
Die Behandlung wird Kurweise über eine Dauer von 21 Tagen angesetzt. Danach wird gezielt das Immunsystem gestärkt, um eine erneute Vermehrung von HPV in den Zellen der Zervix zu verhindern.
Wichtig: Schulmedizinische Kontrollen bleiben entscheidend
Nach Ablauf der Behandlung sollten regelmäßige gynäkologische Kontrollen unbedingt wahrgenommen werden.
Die Kombination aus Schulmedizin und unterstützenden ganzheitlicher Medizin kann vielen Frauen helfen, ihren Körper bestmöglich zu regulieren und gegen HPV zu stärken.
Copyright: Katja Schenk