Akupunktur in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist der Körper einer Frau in ständiger Veränderung. Hormonumstellungen und fortschreitendes Wachstum des Kindes führen häufig zu Beschwerden in der Schwangerschaft. Akupunktur ist eine schonende und sichere Behandlungsform, die das Wohlbefinden während der Schwangerschaft deutlich steigern kann. Auch in Hinblick auf eine Geburtsvorbereitung durch eine Verkürzung der Geburtsdauer, hat sich die Akupunktur bewährt und findet heute in vielen Kreißsälen durch Hebammen und Ärzte Anwendung.

Während der Schwangerschaft können unterschiedlichste psychische und physische Beschwerden auftreten. Im ersten Trimenon sind es vor allem hormonelle Umstellungsreaktionen in der Frühschwangerschaft, die sich durch Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit, Heißhunger und Appetitlosigkeit bemerkbar machen. Mit Akupunktur können in dieser Phase der Schwangerschaft vor allem die Übelkeit und das Erbrechen auf eine sanfte Weise reguliert werden. 

   

Warum leiden viele Frauen in den ersten Monaten der Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbechen?

Aus chinesischer Sicht betrachtet, kommt es ab dem Zeitpunkt der Empfängnis zu Veränderungen im sogenannten Chong Mai (Meer des Blutes), da die Menstruation nicht länger einsetzt und das Blut (xue) und die Essenz (Jing) des Chong Mai benötigt werden, um den Fötus zu nähren.

Der Chong Mai hat eine enge Verbindung zum Uterus als auch zum Magen-Meridian. Eine Störung des Chong Mai, kann deshalb dazu führen, dass das Magen-Qi rebellisch aufwärts steigt und Übelkeit und Erbrechen auslöst.

Diese Störung entsteht durch das gesammelte Blut im Chong Mai, dass während der Schwangerschaft nicht mehr über den Uterus abfließen kann, da der Fötus das sogenannte "Uterustor" blockiert. Mit weiterem Wachstum des Fötus, kann dieses "überschüssige" Blut vom Fötus verwendet werden - die Stagnation hebt sich auf und Übelkeit und Erbrechen verschwinden nach einigen Wochen.

   

 Mit Beginn des zweiten Trimenon kann es jetzt schon durch das fortschreitende Wachstum des Babys zur Komprimierung der Bauchorgane kommen. Verdauungsprobleme, Sodbrennen und Verstopfung sind häufig die Folge. Diese Bechwerden können durch spezifische Akupunkturpunkte, die das Qi von Magen und Darm regulieren, wieder ausgeglichen werden. 

   

 Im dritten Trimenon können die Beschwerden des zweiten Trimenon durch das Wachstum des Babys noch einmal zunehmen. Schmerzen im Becken und Lendenwirbelbereich kommen gegen Ende der Schwangerschaft auch noch hinzu. Diese Schmerzzustände können mit der Anwendung von Lokal- und Fernpunkten, behandelt werden. 

   

 In den letzten vier Wochen vor errechneten Geburtstermin, kann zusätzlich mit einer geburtsvorbereitenden Akupunktur begonnen werden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die Geburtsdauer durch vorherige Akupunkturbehandlungen deutlich verkürzt. Zusätzlich kann auch während der Geburt durch eine Hebamme oder einen Arzt akupunktiert werden, um Schmerzen zu lindern oder Wehen zu fördern. 

   

Weitere mit Akupunktur behandelbare Beschwerden sind:

   

- Sodbrennen

- Schwindel

- Rückenschmerzen

- Ödeme

- Karpaltunnelsyndrom

- Lumboischialgie

- Psychische Inbalancen

- Suchtbehandlung in der Schwangerschaft

- Schlaflosigkeit

- Obstipation (Verstopfung)

- Hämorrhoiden

- Müdigkeit/ Erschöpfung

- Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie

- Schwangerschaftsdiabetes

- Steißlagen/ regelwidrige Schädellagen